„Freiwillige Prostitution“ und „moderne Sklaverei“ im öffentlichen Diskurs

Da im Zusammenhang mit moderner Sklaverei sehr oft Zwangsprostitution in den Blick gerät, setzen sich einige Menschenrechtsorganisationen dafür ein, auch Zwangsprostitution als Menschenrechtsverletzung anzuerkennen.

Hierbei wird aber die schwierige Gradwanderung zwischen sexueller Ausbeutung und (freiwilliger) Prostitution oft miteinander vermischt. Prostitution ist ein gesellschaftlich oft tabuiisiertes, bagatellisiertes Thema. Häufig werden deshalb Zwangsprostitution und Sexarbeit gleichgesetzt. Das Prostitutionsgesetz schaffte 2002 die „Sittenwidrigkeit“ ab, dennoch prägen persönliche Wertentscheidungen häufig den Diskurs. In einigen Ländern, wie z.B. Schweden ist Prostitution sogar mit Sanktionen behaftet, während in anderen (z.B. die Niederlande), die Prostitution staatlich geregelt ist. Frankreich hat eine Freierbestrafung gesetzlich vorgesehen.

Runder Tisch

(Bild: Die Welt)

Im Jahr 2014 forderte das Europäische Parlament die Mitgliedsstaaten dazu auf, durch die Einführung einer Freierbestrafung, die Nachfrage der Prostiution einzudämmen. Die Resolution begründete sich auf der Ansicht, dass auch freiwillige sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung die Menschenrechte und die Würde des Menschen verletze.

Der Runde Tisch Prostitution NRW sieht jedoch eine emanzipierte Gesellschaft ohne Ausgrenzung als rechtlichen und politischen Leitgedanken. Demnach ist es die freie Entscheidung von Menschen, sich in der Prostitution zu betätigen, zu akzeptieren und zu respektieren. Dieses bestehende Recht müsse garantiert werden. Die Landesregierung NRW sieht es zum Anlass, das Selbstbestimmungsrecht von Prostituierten und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern und zu garantieren. Dies soll auch einen Beitrag zur Bekämpfung von Menschenhandel darstellen.

Eva Van Rahden, die Leiterin der Organisation „Sophie- Bildungsraum für Prostituierte“ arbeitet zu diesen Themen und wird uns am Dienstag, den 14.März bei der Podiumsdiskussion zu „modern slavery“, dazu Fragen beantworten.

wig

(Bild: Wiener Gesundheitsförderung)

Interessieren würde uns, wie die gesetzliche Lage in Österreich aussieht, ob es einen Unterschied zwischen Sexarbeit und Prostitution gibt und ob und wie Menschenhandel mit Prostitution miteinander in Verbindung stehen. Oberst Tatzgern, vom Bundeskriminalamt, wird uns dazu sicher mehr berichten können.

Mehr zu den Sprecher*innen und der Podiumsdiskussion findet man auf dieser Webpage.

Mehr zum Runden Tisch Prostitution NRW: Abschlussbericht Runder Tisch Prostitution

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