Ein Abend, der bewegte…

Für all jene, die unseren jungen Verein in letzter Zeit medial mitverfolgt haben, war das Wort „Podiumsdiskussion“ vermutlich schon ein wenig zu häufig erwähnt worden. Was ist jedoch an jenem besagten Abend vor genau einer Woche, Mitte März, passiert?

Die Zontees, welche in den letzten Wochen und Monaten viel gearbeitet hatten, waren alle ein wenig nervös und im Vorbereitungsfieber. Wir mussten uns unter anderem um einen Raum kümmern, Plakate und Flyer verteilen, Leute einladen und vor allem uns mit einer Thematik auseinandersetzen, die alles andere, als schön ist.

Wie Julia Lobnig, in ihren Eingangsworten sagte, ist „modern slavery“ leider immer noch ein sehr aktuelles Thema. Der Beiname „modern“ verwirrt, denn unfreie Menschen gibt es nicht erst seit Kurzem. Wir hörten außerordentlich beeindruckende und spannende Beiträge von der Polizeiarbeit in Österreich, von einer ausübenden Politikerin, einer NGO, die sich besonders darum bemüht, jungen Leuten schwierige Menschenrechtsthemen nahe zu bringen, von einer ehemaligen UNO Beamtin, die nun die Blauhelme international koordiniert und einer Dame, die sich für mehr Chancen von Prostituierten einsetzt.

Es wurde über den Aspekt der Freiwilligkeit, über Organhandel, Missbrauch, Gewalt und vieles mehr gesprochen. Die Palette an Themen und Erfahrungsberichten war unendlich lang und widerspiegelte nur den Eindruck, den wir schon bei der Auswahl des Themas hatten: „modern slavery“ auf einen Bereich einzugrenzen ist schier eine unfaire bzw. problematische Herangehensweise. Es würde zu viele Aspekte und Details untergraben, als wären sie inexistent.

Wir stellten im Laufe des Abends auch fest, dass es solche Verhältnisse auch in Österreich gibt. Es wurde sogar das Beispiel unbezahlter Praktika genannt, welche zwar nicht unter Zwangsverhältnissen stattfinden, aber die Gesellschaft in eine bestimmte Richtung bewegen.

Wir konnten zufrieden feststellen, dass ungefähr 65 Personen an unserem Gespräch teilnahmen, die Sprecher*innen (es sei noch einmal erwähnt) – unbezahlt – von ihren Erfahrungen berichteten, interessante Fragen gestellt, ernst geschaut und dennoch gelacht wurde, Neues gehört und gelernt und am wichtigsten: wir unser Ziel erreicht hatten, nämlich andere Menschen zum Nachdenken anzuregen, zu bewegen und aufzurütteln. Wir hoffen, dass alle so viel mitgenommen haben, wie wir und, dass das Interesse auch bei zukünftigen Veranstaltungen bestehen wird.

Fotos @Stephanie Lobnig

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