„Was kann ich gegen moderne Sklaverei tun?“

Als ich in der Vorbereitung für die Podiumsdiskussion stand, machte ich mir Gedanken, wie ich das Thema nach der Veranstaltung behandeln könnte. Ich wollte nicht, dass wir nach ca. 2 Stunden Gespräch, alle den Raum verlassen und so weitermachen wie zuvor.

Bildschirmfoto-2014-10-24-um-20 (Bild: http://www.blickamabend.ch)

„Was kann ich morgen gegen moderne Sklaverei tun, morgen, wenn ich aufstehe, wo kann ich etwas verändern?“, fragte ich die Podiumssprecher*innen also, nachdem ich zwar das Gefühl hatte, dass sie alle einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Problematik beitragen würden, ich aber außer meine paar Aufsätze geschrieben zu haben, nirgends wirklich „geholfen“ hätte. Nach einem kurzen Schweigen als Antwort auf meine Frage, einigten sich alle darauf, dass wir vom Golden Z Club schon viel geleistet hätten, indem wir über diese Missstände berichten, uns Gedanken dazu machen und diese Gedanken mit der Welt teilen.

Diese „Welt“ jedoch, besteht bisher aus einigen wenigen Leser*innen und ein paar sowieso schon engagierten und motivierten Leuten. „Soll ich also ab morgen keine billigen Schuhe mehr kaufen?“, hakte ich nach. Gelächter und Schweigen zur Folge- jawohl der Kauf von Dumping Schuhen unterstützt die Ausbeutung von Menschen in anderen Ländern, aber gleichzeitig kamen wir darauf, dass selbst der niedrigste Hungerlohn, in irgendeiner Weise, eine Familie unterstützt (da oft die Kinder die einzige Einkommensgrundlage von sehr armen Familien darstellen).

sale

Bild: http://www.pngall.com/sale-png

Oder vielleicht ist „unterstützt“ nicht das richtige Wort für den Teufelskreis, in dem wir in unserer kapitalistischen und materialistischen Welt stecken und unfreie Menschen in anderen Erdteilen zu Zwangsarbeit verpflichten, damit wir so leben können, wie wir es gerne hätten. Irgendwie, ist so etwas schon frustrierend. Ich weiß, dass ich vielen Menschen auf dieser Welt Unrecht tue, indem ich einfach nur auf diesem Erdteil lebe und von einem System abhängig bin, aus dem es schwer ist auszubrechen.

Selbst Roland Düringer, der sich diesem System entziehen wollte, lebte in einem Wohnwagen, der vermutlich unter widrigen Umständen hergestellt wurde (Plastikteile, Reifen, Elektronik etc.). Damit meine ich, dass es heute schier unmöglich ist einerseits unter „modernen“ Verhältnissen zu leben und andererseits keine menschenverachtenden Prozesse zu unterstützen. Diese menschenverachtenden Umstände, sei es Zwangsarbeit, sklavenähnliche Verhältnisse oder Kinderarbeit, sind leider überall existent. Man kann sich diesen Vorgängen nicht vollkommen enthalten, auch wenn man sich aus der Gesellschaft zurückzieht.

Genausowenig kann man in dieser Gesellschaft vollkommen uneigennützig und fair leben. Auf fast allem, das ich angreife, sogar der Laptop, auf dem ich diese Zeilen tippe, klebt Blut von irgendwelchen unschuldigen Kinderhänden. Aber, man kann zumindest durch sein eigenes Konsumverhalten einiges bewirken.

(Bild: https://www.fairtrade.at/fairtrade-oesterreich.html)

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„Nun ja“, dachte ich mir, „ich kann nur versuchen im Alltag bewusster zu leben und weiterhin auf (vielleicht noch mehr) Dinge verzichten, die praktisch oder schön wären. Und ich kann versuchen, dass ich einmal einen Beruf ausübe, indem ich so beeindruckende Leistungen erbringe, wie unsere eingeladenen Podiumsgäste. Zumindest hier konnte ich viel Motivation und Ehrgeiz mitnehmen. Inspirierend zu sehen, dass es Erwachsene gibt, die nicht aufgegeben haben für eine bessere Welt zu kämpfen. Danke dafür…

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