650 Millionen Frauen sind vor dem 18. Geburtstag verheiratet

Am 24.05.2019 fand die Konferenz zu „Forced and Early Marriage – A Severe Human Rights Violation” statt. Dazu fanden sich zahlreiche ExpertInnen, NGO-MitarbeiterInnen und VertreterInnen der UNO in der Diplomatischen Akademie zum fachlichen Austausch ein. Ziel der Konferenz war es die Problematik der Zwangsheirat im Kindesalter zu thematisieren und das UNICEF/UNFPA Programm zur Beendigung der Kinderehe in zwölf Ländern zu starten. VertreterInnen aus 19 Ländern, darunter Zonta Mitglieder aus 9 Ländern, ergaben eine Gesamtzahl von über 100 TeilnehmerInnen.

Hintergründe der Thematik

In der Agenda für „Sustainable Development” (Nachhaltige Entwicklung), werden Ziele formuliert, die bis 2030 erfüllt sein sollten. Das 5. Ziel, „Gender equality and empowerment of women and girls“, ist das Hauptziel von Aktivitäten von Zonta International. Susanne von Bassewitz, die Präsidentin von Zonta International implizierte die Unterstützung des Programmes. Die Konferenz wurde von der GZC Präsidentin Claudia Exenberger mitorganisiert.

Zonta International Präsidentin und Golden Z Club Wien Präsidentin (von re nach li)
Claudia Exenberger und Susanne von Bassewitz

Workshops

Die Mitglieder des GZC Wien boten den KonferenzteilnehmerInnen einen interessanten Einblick in beispielhafte Projekte und Unterstützungsmöglichkeiten, sowie aktive Tipps, wie Kinderehen vermieden werden können.

Am ersten „Marketplace“ wurden die Länder mit den höchsten Raten von Early Marriage abgebildet. Diese Länder sind: Niger mit 76% verheirateten Mädchen unter 18 Jahren, die Zentralafrikanische Republik mit 68%, Chad mit 67%, Bangladesh mit 59% und Süd-Sudan, Mali, Guinea, Burkina Faso mit je 52% (Quelle: UNICEF). Die zwölf Länder, welche im UNICEF/UNFPA Projekt enthalten sind, wurden ebenfalls vermerkt und sieben dieser Länder sind zudem „Zonta-Länder“ (wo Zonta Clubs aktiv sind): Indien, Bangladesh, Nepal, Burkina Faso, Uganda, Ghana und Sierra Leone.

Projekte gegen Kinderehen

Am Stand 2 wurden Projekte vorgestellt, welche mit minimaler finanzieller Unterstützung, Kinderehen vermeidbar machen. Dazu zählen z.B.

  • ein Fahrrad, welches Mädchen in Süd-Nepal die Möglichkeit gibt, Zeit einzusparen und einen sichereren Schulweg zurückzulegen. Dadurch müssen sie die Schule nicht aus Ressourcengründen früher beenden, als gleichaltrige Buben.
  • In Sierra Leone wird mit 84€ ein Lehrer/eine Lehrerin für ein ganzes Schuljahr angestellt; inklusive sämtlicher zusätzlicher Kosten, wie Schulbücher, Gesundheitsversorgung, Kleidung etc.
  • Mit 9€ kann man einem Mädchen in Afghanistan die Möglichkeit geben, an einem Sportkurs teilzunehmen. Durch Sport werden Mädchen selbstbewusster, können sich besser verteidigen und wehren. Ein Problem an solchen Sport-Matches teilzunehmen ist häufig die Wasserversorgung. Eine solche Spende finanziert die notwendige Wasserversorgung von einem ganzen Spiel.
  • In Indien können um 45€ rund 5000 Mädchen an einem Bildungsprojekt teilnehmen. Bildung schützt vor Zwangsehe.
  • Um 59€ kann man, ebenfalls in Indien, einem verheirateten Mädchen ein Jahr lang eine Basis Gesundheitsversorgung bieten. Viele Mädchen haben aufgrund der frühen Geburten schwerwiegende, gesundheitliche Probleme bzw. überleben die Geburten, durch mangelnde medizinische Versorgung, nicht.

Weitere Projekte und mehr Details wo Sie spenden können unter: „Girls not brides“.

Zudem hat der GZC einen Einblick in die Situation Österreichs geboten. Wussten Sie, dass es Zwangsverheiratung auch in Österreich gibt? Was Sie konkret dagegen tun können, erfahren Sie im Beitrag über den Orient-Express.

Bemerktenswerte Geschichten…

Am dritten Marketplace erzählten die GZC Mitglieder von erwähnenswerten Frauen, die zwangsverheiratet oder sehr früh verheiratet wurden:

  • Jasvinder Sanghera, eine Britin mit indischen Wurzeln, welche Männer und Frauen unterstützt, die aufgrund von „Ehre“ missbraucht werden.
  • Fraidy Reiss, eine amerikanische Aktivistin gegen Kinderehe und Zwangsheirat, ist die Gründerin von „Unchained- At last“, ein Verein, der Frauen helfen soll aus arrangierten Ehen auszubrechen und einen Neuanfang zu starten.
  • Isabella de Valois, die Gattin von König Richard II. (spätes 14. Jh), wurde erstmals mit 7 Jahren verheiratet. Sie starb mit nur 20 Jahren während der Geburt ihrer Tochter.
  • Rukhmabai Bhikajl, war die erste Inderin, die als Ärztin praktizierte. Sie weigerte sich nach ihrer Volljährigkeit mit ihrem Ehemann zu leben. Es folgte ein Rechtsstreit über Zwangsheirat und das sog. Schutzalter, welcher im „Age of Consent Act 1891“ endete.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: