Zwangsheirat gibt es auch in Österreich!

Vor genau einem halben Jahr fand in Wien die internationale Konferenz  zu „Forced and Early Marriage“ in der Diplomatischen Akademie statt.

Der GZC beteiligte sich dort nicht nur bei der Organisation der Konferenz, sondern auch mit Workshops für die KonferenzteilnehmerInnen.

Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die Situation von zwangsverheirateten Frauen in oder aus Österreich gelegt. Immer mehr Mädchen kehren nach einem „Sommerurlaub“ nicht mehr nach Österreich zurück. Kaum jemand, denkt dabei an Verschleppung oder Zwangsheirat, allerdings liefert der Wiener Verein „Orientexpress“ ein anderes Bild. Im Jahr 2018 waren 123 Mädchen, die in der Beratung der Koordinationssstelle gegen Verschleppung und Zwangsheirat waren, von Zwangsheirat in Österreich betroffen. Die Frauen Beratungs- und Servicestelle unterstützt Frauen in prekären Situationen, bietet Schutzeinrichtungen und ein Lernzentrum für von Zwangsheirat bedrohte und betroffene Mädchen und junge Frauen. Außerdem ist die bundesweite Koordination von Verschleppungsfällen und Rückholung nach Österreich eine zentrale Aufgabe des Vereins. Neben der Anlaufstelle, in der betreut, beraten und begleitet wird, entwickeln die rund 35 MitarbeiterInnen auch Arbeits- und Infomaterialien zur Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema.

Weil dieses Thema in Österreich nicht besonders bekannt ist, haben die GZC Mitglieder auf der Konferenz die Schritt-für-Schritt Anleitungen der Koordinationsstelle unter dem Titel „Get Active“ präsentiert.

 

Wussten Sie, dass Sie etwas tun können?

Besonders Lehrpersonen oder andere Personen, die mit jungen Mädchen arbeiten, sollten sich bewusst sein, dass

  • Aufklärung und ein vertrauliches Gespräch, indem von der Ausreise abgeraten wird, Zwangsheirat verhindern kann.
  • Bedrohte Personen sollten zudem Kopien von Reisedokumenten bei einer Vertrauensperson „hinterlegen“. Die Koordinationsstelle kann so eine Rückführung leichter veranlassen. Eine formlose Erklärung  mit Unterschrift der bedrohten Person ermöglicht zudem einen breiteren Handlungsspielraum für HelferInnen. Vorlagen dafür finden Sie auf den Seiten von Orientexpress.
  • Vereinbaren Sie mit der bedrohten Person einen Zeitpunkt bis zu dem sie spätestens wieder im Land sein sollte (z.B. wann genau wäre der „Urlaub“ zu Ende?). Ist sie bis dahin nicht zurück, wird sie vermutlich an der Rückreise gehindert.
  • Kontaktieren sie dann Polizei-, Kinder- und Jugendhilfeträger oder spezifische Anlaufstellen.

Klären Sie bedrohte Personen über anonyme Beratungsmöglichkeiten wie den Orientexpress auf!

Mehr zum Orientexpress und Anleitungen für den Ernstfall.

 

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