[Teil 2] Im Portrait: Christa Hofmann

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Artikelserie rund um die Person Dr. Christa Hofmann, Leiterin des ORF-Auslandsmagazin Weltjournal. Elisabeth Weissitsch vom Golden Z Club Wien führte mit ihr ein Interview, da die ORF Journalistin Preisträgerin des Zonta Centennial Awards (Teil 1) ist.

Wer ist Christa Hofmann?

Dr. Christa Hofmann, Leiterin des ORF-Auslandsmagazins Weltjournal; Quelle: ORF/Günther Pichlkostner

Christa Hofmann, die ursprünglich Försterin werden wollte, berichtete in einem umfassenden Interview von ihrem spannenden Lebensweg, ihren politischen Meinungen, Einschätzungen zur Lage der Frau weltweit und vielen weiteren Themen.

Die studierte Soziologin und Journalistin wollte einst beim Ö1 (und Ö3) Mittagsjournal als Radiomoderatorin ihre Karriere starten. Es kam jedoch anders: nachdem sie sich kurzfristig für die Marketing-Branche interessierte, wurde sie den ORF-Radio-Nachrichten als Redakteurin eingestellt. Nach einigen Jahren unregelmäßiger Arbeitszeiten und Früh- bis Spätschichten, absolvierte sie ein Praktikum bei CNN, um anschließend in die Außenpolitikredaktion der „Zeit im Bild“ zu wechseln. Kurzweilig stand auch eine Außenkorrespondenz im Raum, in der im ORF auch viele Frauen tätig sind: Hannelore Veit in den USA, Birgit Schwarz in Berlin, Carola Schneider in Moskau und Cornelia Primosch in Paris. 2015 übernahm sie schließlich nach Claudia Neuhauser, die Leitung des ORF-Auslandsmagazins WELTjournal (und WELTjournal+).

Das Gender Pay Gap real

In dieser verantwortungsvollen Position hatte Hofmann auch „Kontakt“ mit dem „Gender Pay Gap“, also der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen, bei gleicher beruflicher Tätigkeit (und gleichem Stundenausmaß). Im ORF gibt es dafür allerdings eine Gleichstellungskommission und Hofmann konnte eine gleiche Einstufung erwirken. Auch wenn die eineinhalb Jahre bis zur endgültigen Gleichstellung nicht nachbezahlt wurden meint Hofmann:

„Es zahlt sich aus sich zu informieren und Dinge durchzufechten.“

Sie fügte aber auch hinzu, dass selbst in den transparentesten Unternehmen häufig noch Mehrdienstpauschalen oder Sonderzahlungen in überwiegender Mehrheit an Männer ausbezahlt werden.

Über Männerquoten und sensibles Wording

Zudem erzählte Hofmann, dass der ORF eine Quotenregelung von 45% vorgibt, nach der bei gleicher Qualifikation Frauen vorgezogen werden müssen. Hofmann meinte, dass es bisher ungeschriebene „Männerquoten“ gäbe, und sie würde den Diskurs umbenennen in „Gleichstellungsquote oder Fairnessquote“, denn die sogenannte „Quotenfrau“, sei oft doppelt so qualifiziert oder würde drei Mal so viel arbeiten, wie ein Mann, um in die selbe hohe Position zu kommen.

Sie erzählte, dass sie bezüglich des Wordings auch in ihren Beiträgen des Weltjournals besonders Acht gebe, nicht ständig von „benachteiligten Frauen“ zu sprechen.

„Zu betonen, dass jetzt erstmals mehr Frauen, als Männer in der Regierung sind, das nervt!“

Abb. links: Vienna.at berichtet, dass „erstmals mehr als die Hälfte der Posten mit Frauen besetzt ist“.

Bildergebnis für Frauen in der Regierung

Sie spräche lieber von „jetzt erreichten 50% Männern“, dem „Brechen der Männerquote“ oder Ähnlichem.

Abb. rechts: Frauen haben in Finnland „die Macht übernommen“ heißt es im Handelsblatt.

Die Journalistin des Jahres und das Problem mit dem Gendern

Vergleichend berichtet sie von der Preisvergabe bekannter Journalismus-Preise. Mit dem „Gendern“ würde die „Wertigkeit“ gewisser Preise in der öffentlichen Wahrnehmung geschmälert. Der „Journalist des Jahres“, suggeriert, hier würde der Beste dieser Berufsgruppe ausgezeichnet werden. Das klingt für die meisten Zuhörer*innen „wichtiger“, als die „Journalistin des Jahres“. Denn diese gegenderte Wortwahl suggeriert, es würde ausschließlich aus dem Pool weiblicher Journalistinnen die Beste gewählt werden, obwohl es sich dabei um dieselbe Auszeichnung handelt. Als Beispiel nannte sie Ulla Kramar-Schmid, welche 2012 den Hauptpreis „Journalistin des Jahres“ gewann und sich dabei auch gegen alle männlichen Bewerber durchgesetzt hatte. Das Gendern des Preises, würde die Assoziation hervorrufen, es gäbe geschlechtlich getrennte Preise und somit seinen Wert mindern. Hofmann gab zu verstehen, dass sie sensible Sprache als wichtig erachtet, aber diese teilweise im Berufsalltag auch hinderlich wäre.

Bildergebnis für journalistin des jahres 2012
Quelle: Studio 44 zeigt Ulla Kramer Schmid, die Journalistin des Jahres 2012, (c) Ludwig Schedl
Lesen Sie hier weiter im Teil 3 des Interviews mit Christa Hofman, über Themen, die für die Journalistin wichtig sind.

[Teil 2] Artikelserie des Golden Z Club Wien über Christa Hofmann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: