[Teil 3] Über das Weltjournal

Dieser Artikel ist der dritte Teil einer Artikelserie rund um die Person Dr. Christa Hofmann, Leiterin des ORF-Auslandsmagazin Weltjournal. Elisabeth Weissitsch vom Golden Z Club Wien führte mit ihr ein Interview, da die ORF Journalistin Preisträgerin des Zonta Centennial Awards ist.

Christa Hofmann ist Sendungsverantwortliche und Redaktionsleiterin der ORF-Auslandsmagazine Weltjournal und Weltjournal+. Moderatorin Patricia Pawlicki präsentiert die Sendungsbeiträge. Das ORF-Auslandsjournal soll in der globalisierten Welt Orientierung bieten und stellt dafür halbstündige Hintergrundreportagen jeden Mittwoch um 22:30 auf ORF 2 zur Verfügung.

„Was kann Österreich vom Ausland lernen und welche Trends beeinflussen unser Land in Gegenwart und Zukunft?“

Im Schnitt sehen rund 300.000 Personen das Weltjournal, den Beitrag „Europa – Leben im LKW“ sahen beispielsweise sogar 411.000 Personen, erzählte Hofmann im Interview mit dem GZC.

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ORF Weltjournal © der.orf.at

Welche Themen werden angesprochen?

Hofmann berichtete, dass im Weltjournal Hintergrundberichte und Reportagen zu aktuellen, außenpolitischen Themen gebracht werden. Die Planung geht aber dennoch über Monate. Dabei werden vor allem Jahrestage und Wahlen zum Anlass genommen, um über bestimmte Länder oder politische Konflikte zu berichten. Hochbrisante, aktuelle Geschehnisse werden dann akuell „eingeschoben“, so wie beispielsweise der Konflikt zwischen dem US-Präsidenten Trump und dem Iran.

Auch die Waldbrände in Australien werden thematisiert, wo die australische konservative Regierung weiterhin den Klimawandel als nicht menschengemacht denunziert, sowie deren Kohlelobby und die fehlenden Klimaschutzmaßnahmen vor Ort. Besonders kritisch sieht sie dabei die direkte Betroffenheit mit teilweise unbewohnbaren Gegenden, und dem Verschließen der Augen seitens der Regierung. Deshalb darf auch der Klimawandel heuer auf der Agenda nicht fehlen, Hofmann plant hierbei allerdings ein positives Beispiel aus einer europäischen Stadt zu zeigen.

Weiters hat der G20-Gipfel, das Gipfeltreffen der 20 führenden Industrienationen, heuer erstmals Saudi-Arabien zum Vorsitz. In der Berichterstattung im Weltjournal darüber soll ein besonderes Augenmerk auf die Menschenrechte, die Gleichstellung und den Umgang mit Journalist*innen in Saudi-Arabien gelegt werden.

Im Anschluss besprachen wir auch noch die US-Präsidentschaftswahlen, wobei die Kandidatensuche der Demokraten für Hofmann besonders hervorzuheben ist. Sämtliche Favoriten unter den Bewerber*innen wären mindestens 77 Jahre alt und über die Chancen gegen Präsident Trump zu gewinnen, wurde im ORF bereits heftig diskutiert. Auch 75 Jahre Hiroshima und die damit verbundene Vorgehensweise der USA wird ein Thema im Weltjournal sein. Diese stellen den Abwurf einer Atombombe oft als eine Art „Wetterphänomen“ dar und ein Schuldeingeständnis bzw. eine Entschuldigung fehle bis heute (und sogar von Obama), aus Angst Reparationszahlungen leisten zu müssen.

Zudem wird die Ungleichheit des Einkommens in der Gesellschaft und das zunehmende Auseinanderdriften von Arm und Reich fokussiert. Sie nannte hier den Präsidentschaftskandidaten Michael Bloomberg, der Unternehmer und Ex-Bürgermeister von New York, der laut der Forbes-Liste um die 55,5 Milliarden US Dollar Vermögen habe. Aufgrund dieser Unverhältnismäßigkeit meint Hofmann,

„Es braucht eine Obergrenze an Eigentum!“

Nach Überschreiten dieser Grenze, solle das Geld in soziale Projekte fließen und den Wohlfahrtsstaat mitfinanzieren. Sie werde dafür Reichtumsforscher*innen für einen Beitrag interviewen. So errechnete die Arbeiterkammer beispielsweise den „Fat Cat Day“ Österreichs, welcher heuer für den 08.Jänner datiert wurde. An diesem Tag haben ATX Manager in Österreich so viel verdient (nicht ganz 32.000€), wie das durchschnittliche Einkommen eines*einer Arbeiter*in im gesamten Jahr.

Arbeiterkammer über den Fat Cat Day

Sichtbarkeit von frauenbezogenen Themen

Das Weltjournal legt aber auch einen Fokus auf genderspezifische Themen, die insbesondere die Stellung von Frau und Mann in Wirtschaft und Politik kritisch beleuchtet, aber auch jene, von Benachteiligung und Gewalt in Ländern des globalen Südens.

Auf die Frage, wie man die Sichtbarkeit von Frauen-bezogenen Themen erhöhen könnte, meinte Hofmann: „Indem man sie aufzeigt und darüber spricht“.

Im WELTjounal werden spezifische Lebenssituation von Frauen gezeigt, die sich teilweise stark von jenen der Männer unterscheiden. Auch wenn die Länder variieren, haben sie in puncto Lebenssituation von Frauen thematisch oft einen gemeinsamen Nenner. Dies reicht vom Thema Sexarbeiterinnen, Lohnsklavinnen und Zwangsheirat, hin zu Frauen und Mädchen, die nicht in die Schule gehen dürfen und somit Nachteile erfahren. Auch in den sogenannten „westlichen, zivilisierten Länder“, wo Frauen zwar per Gesetz gleichgestellt sind, aber in der Praxis Missstände existieren. Zum Beispiel wäre hier das „Gender Pay Gap“ erwähnenswert, die ungleichen Chancen auf höhere Positionen, Hausarbeit, Kinder- und Krankenpflege, welche größtenteils unbezahlt von Frauen übernommen wird, sowie die Auswirkungen auf Altersarmut durch niedrige Pensionen.

Lesen Sie morgen (03.03.) hier weiter im Teil 4 des Interviews mit Christa Hofman über Frauenthemen und wie man die Situation der Frau verbessern kann.

[Teil 3] Artikelserie des Golden Z Club Wien über Christa Hofmann

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